Der Wasserturm im Prenzlauer Berg bei Nacht, der runde Backsteinbau warm angeleuchtet auf seinem Hügel.

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Kammerjäger Prenzlauer Berg

Wir kommen nach Prenzlauer Berg, sehen uns den Befall an und nennen den Preis, bevor wir anfangen. Bei Ratten ist die Meldung an das Gesundheitsamt Pflicht — zuständig ist für den ganzen Ortsteil das Amt in der Pankower Grunowstraße.

Sachkunde
TRGS 523
Einsatzgebiet
Alle 12 Bezirke
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Kammerjäger in Prenzlauer Berg: was der Umbau des Altbaus mit dem Befall zu tun hat

Prenzlauer Berg ist der gründerzeitliche Süden des Bezirks Pankow: geschlossene Blöcke vom Kollwitzplatz bis zum Helmholtzplatz, dazwischen die Wohnstadt Carl Legien als Gegenentwurf der Moderne. An diesem Bestand wird seit drei Jahrzehnten gebaut, und zwar nach oben und nach innen: Dächer werden zu Wohnungen, Wände bekommen Verkleidungen davor. Diese Seite erklärt, was das für Wespen, Mäuse und Ratten bedeutet, was davon meldepflichtig ist und wohin die Meldung geht.

Das Wichtigste zuerst

  • Prenzlauer Berg ist der gründerzeitliche Altbezirk im Süden Pankows, mit geschlossener Blockbebauung und der Wohnstadt Carl Legien, einer der sechs Welterbesiedlungen der Berliner Moderne. Die Innenbereiche liegen an der Mischwasserkanalisation.
  • Ein Nest am ausgebauten Dach ist kein Meldefall, sondern eine Artenfrage: Hornissen sind besonders geschützt, ihr Nest darf nicht zerstört werden. Vor jeder Entfernung steht die Bestimmung.
  • Mäuse sind nicht meldepflichtig. Bekämpft werden darf die Hausmaus, und ohne festgestellten Befall darf kein Rodentizid ausgebracht werden.
  • Ein Rattenbefall ist unverzüglich dem Gesundheitsamt zu melden, und unverzüglich ist eine Fachkraft zu beauftragen. Zuständig ist für Prenzlauer Berg das Gesundheitsamt Pankow in der Grunowstr. 8-11.
  • Wie viele Befälle es im Ortsteil gibt, veröffentlicht niemand, und wir behaupten es nicht. Die Schwerpunkte dieser Seite folgen aus der Bauform, nicht aus Zahlen, die es nicht gibt.
01Ortsbild

Gründerzeitblöcke, ein Welterbe-Zeilenbau und der Kanal darunter

Drei belegte Befunde über das Gebiet, und eine Zahlenlücke, die wir benennen statt füllen.

Der erste Befund ist die Herkunft der Häuser. Prenzlauer Berg ist der gründerzeitliche Altbezirk im Süden Pankows, geprägt von geschlossener Blockbebauung: Vorderhaus an Vorderhaus, dahinter Seitenflügel, Quergebäude und gemeinsame Höfe. Der Umweltatlas beschreibt diese gründerzeitlichen Flächentypen als die dichteste Bauform der Stadt. Wer vom U-Bahnhof Eberswalder Straße die Kastanienallee oder die Schönhauser Allee entlanggeht, läuft kilometerweit an diesem Bestand vorbei.Quelle 6Quelle 7

Der zweite Befund ist die Ausnahme im Nordosten des Ortsteils: die Wohnstadt Carl Legien, gebaut 1928 bis 1930 und eine der sechs Welterbesiedlungen der Berliner Moderne. Sie ist der Gegenentwurf zum Block, offene Zeilen mit Grün dazwischen statt Hinterhof hinter Quergebäude. Für die Suche nach einem Befall ist das kein Detail: wo kein umbauter Hof mit gemeinsamen Tonnenplätzen existiert, entfällt der Ort, an dem in der Blockbebauung zuerst nachgesehen wird.Quelle 9Quelle 7

Der dritte Befund liegt unter der Straße: die Innenbereiche von Prenzlauer Berg sind an die Mischwasserkanalisation angeschlossen, Schmutz- und Regenwasser laufen im selben Kanal. Warum das für genau eines der drei Tiere auf dieser Seite eine Rolle spielt, steht weiter unten im Abschnitt über Ratten.Quelle 8

Was jeder sieht, der hier vor einer Haustür steht, aber niemand amtlich je Ortsteil beziffert: wie viel von diesem Bestand seit den 1990er Jahren saniert und wie viele Dächer zu Wohnungen ausgebaut wurden. Eine Sanierungsquote für Prenzlauer Berg veröffentlicht keine der Quellen dieser Seite, also steht hier keine. Die folgenden Abschnitte hängen auch nicht an einer Quote. Sie beschreiben, was ein Dachausbau und eine Vorwandinstallation an einem einzelnen Haus verändern, und das gilt für jedes Haus, an dem beides passiert ist.

02Wespen

Das Nest am ausgebauten Dach: Artenschutz kommt vor der Leiter

Der Dachausbau rückt den Wohnraum dorthin, wo Wespen nisten. Was dann gilt, entscheidet die Art, nicht der Abstand zum Bett.

Das Umweltbundesamt zählt auf, wo Wespenköniginnen im Siedlungsbereich ihre Nester anlegen: unter anderem in Holzverschalungen, Rollladenkästen und Nischen auf Dachböden. Ein unausgebauter Gründerzeitdachboden ist genau so ein Ort, und er liegt über den Wohnungen. Der Ausbau ändert daran zweierlei. Der Raum unter den Schrägen wird selbst bewohnt, das Nest sitzt dann nicht mehr über der obersten Wohnung, sondern an ihr, hinter der Verkleidung der Schräge, im Dachkasten, am Rollladenkasten des neuen Dachfensters. Und die Nischen verschwinden nicht, sie werden verkleidet und sind damit von innen unsichtbar, aber von außen weiter anfliegbar.Quelle 10

Rechtlich ist ein Nest kein Meldefall, sondern ein Artenschutzfall, und die Sortierung steht ausführlich auf unserer Seite zu Wespen und Hornissen. Kurz: das Umweltbundesamt führt Wespen und Hornissen nicht als Schädlinge, sondern als Bestäuber und Jäger anderer Insekten. Die Hornisse ist nach Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt, ihr Nest darf nicht zerstört werden. Die Deutsche und die Gemeine Wespe stehen nicht in dieser Anlage, für sie gilt der allgemeine Schutz aus Paragraf 39 Bundesnaturschutzgesetz: keine Tötung ohne vernünftigen Grund. Eine Meldepflicht wie bei Ratten gibt es nicht.Quelle 10Quelle 11Quelle 13Quelle 18

Der verkleidete Dachkasten ist der Ort der Verwechslungen. Was dort summt, kann auch ein Hummelnest sein, und Anlage 1 führt Bienen und Hummeln als Apoidea spp., alle heimischen Arten, besonders geschützt. Dann gilt dasselbe wie bei der Hornisse. Wer die Verkleidung öffnet und sprüht, bevor die Art bestimmt ist, riskiert eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße bis zu fünfzigtausend Euro geahndet werden kann.Quelle 11Quelle 14

Beschreiben Sie am Telefon, wo das Nest sitzt und was Sie dort fliegen sehen. Ob eine Entfernung überhaupt in Betracht kommt oder der Weg über die Umsiedlung führt, lässt sich danach einordnen.

03Mäuse

Mäuse hinter der Vorwand: der Befund kommt vor dem Köder

Kein Meldefall. Aber der Fall, in dem die Sanierung die Suche verändert.

Für Mäuse besteht in Berlin keine Meldepflicht: die Schädlingsbekämpfungsverordnung führt bei den Nagetieren ausschließlich Haus- und Wanderratten auf, die Hausmaus fehlt in Paragraf 1. Bekämpft werden darf sie trotzdem, denn Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung, die alle heimischen Säugetierarten besonders schützt, nimmt unter anderem Hausmaus, Wanderratte und Hausratte ausdrücklich aus. Woran Sie Maus und Ratte unterscheiden, steht auf unserer Seite zu Mäusen, und der Unterschied ist hier keine Formsache: aus der Maus folgt keine Pflicht, aus der Ratte folgen zwei.Quelle 18Quelle 12

Was die Sanierung damit zu tun hat, ist eine Einordnung von uns, und wir kennzeichnen sie als solche: der Umbau schafft keine Mäuse, aber er versteckt ihre Wege. Ein unsanierter Altbau zeigt seine Löcher, die Scheuerleiste steht ab, das Rohr tritt sichtbar durch die Wand. Nach der Sanierung liegen dieselben Durchführungen hinter einer Vorwandinstallation im Bad, über einer abgehängten Decke, unter einem neu aufgebauten Dielenboden, in der gedämmten Dachschräge. Zwischen Verkleidung und Wand entsteht ein zusammenhängender Hohlraum, und ein Tier, das darin läuft, ist zu hören, aber nicht zu sehen.

Deshalb beginnt der Einsatz mit Befund statt mit Köder. Das Umweltbundesamt versteht unter Befall nicht länger als vier Wochen zurückliegende Anzeichen, also frische Kot- und Fraßspuren, Trittsiegel, Schmierspuren, und ohne festgestellten Befall darf kein Rodentizid ausgebracht werden. Dieselbe Quelle setzt vor jede Bekämpfung die Vorbeugung: Lebensmittel und Müll unzugänglich machen, Spalten und Löcher verschließen. In einem sanierten Haus heißt Suchen dann auch: an die Stellen gehen, an denen die Verkleidung Revisionsöffnungen hat, statt auf Verdacht Köder zu legen.Quelle 17Quelle 16

Ein Hohlraum ist keine Häufigkeitsaussage. Ob in Prenzlauer Berg mehr oder weniger Mäuse leben als anderswo, weiß niemand, der es belegen könnte. Was die Bauform bestimmt, ist nicht das Ob, sondern das Wo: an welchen Stellen einer sanierten Altbauwohnung ein Befall sichtbar wird und wo eine Suche ansetzt.

04Ratten

Ratten: Hof, Keller und das Café im Erdgeschoss

Das einzige Tier auf dieser Seite, bei dem die Meldung Pflicht ist, ohne jede Einschränkung.

Das Umweltbundesamt beschreibt für die Wanderratte, dass Populationen häufig zwischen dem Lebensraum Kanal und oberirdischen Bereichen wechseln und dass die Tiere über Kellerfenster und defekte Kanalisationsanschlüsse in Gebäude eindringen, in Altbauten auch bis in die Wohnungen. Dieselbe Quelle stellt klar, dass das Kanalsystem nicht ihr hauptsächlicher Lebensraum ist. Die Innenbereiche von Prenzlauer Berg liegen am Mischwasserkanal, und die Anschlüsse der Gründerzeithäuser sind so alt wie die Häuser, sofern sie nicht bei der Sanierung erneuert wurden. Der Hof mit den Tonnenplätzen mehrerer Aufgänge kommt als oberirdischer Anlaufpunkt dazu.Quelle 15Quelle 8Quelle 7

Dazu kommt eine Pflicht, die im Hof spielt: Paragraf 7 Absatz 1 der Verordnung verlangt bei Ratten, die Sicherheitsmängel zu beseitigen, Bioabfälle unzugänglich zu machen und schadhafte Leitungen abzudichten. Was das Umweltbundesamt als Vorbeugung empfiehlt, ist bei Ratten also Rechtspflicht. In einem Block, in dem sich mehrere Aufgänge einen Hof teilen, betrifft das selten nur eine Partei, und wer am Ende meldet, beauftragt und zahlt, steht auf unseren Seiten zur Meldepflicht in Berlin und zu Vermieter und Mieter.Quelle 18Quelle 16

Und das Café unten im Haus? Für die Erdgeschosse an den bekannten Straßen gehört es zum Ortsbild, dass dort bewirtet wird, und dann gilt eine eigene Verfahrensregel: für Lebensmittelbetriebe ordnet das handelnde Fachamt Maßnahmen nach Paragraf 6 Absatz 5 der Verordnung nur im Einvernehmen mit dem für das Veterinär- und Lebensmittelaufsichtswesen zuständigen Fachamt an. Bei einem Befall in der Küche sprechen also zwei Ämter miteinander. Was ein Betrieb dokumentieren sollte, steht auf unserer Seite zu Gewerbe und Gastronomie.Quelle 18

Der überquellende Hof ohne jede Sichtung ist ein anderer Fall. Für Müllansammlungen und die Sorge vor Rattenzulauf verweist die Dienstleistungsbeschreibung des Landes auf das Ordnungsamt des Bezirks, nicht auf das Gesundheitsamt. Erst wenn ein Befall festgestellt ist, greift die Meldung an das Gesundheitsamt.Quelle 4

05Meldeweg

Das zuständige Amt sitzt in der Grunowstraße

Ein Wegweiser, keine Wiederholung. Die vollständige Beschreibung des Meldewegs gehört der Bezirksseite.

Prenzlauer Berg ist seit der Gebietsreform von 2001 einer der dreizehn Ortsteile des Bezirks Pankow, ein eigenes Gesundheitsamt hat er nicht. Zuständig ist das Gesundheitsamt des Bezirksamts Pankow, dort der Fachbereich Hygiene und Umweltmedizin in der Grunowstr. 8-11, 13187 Berlin, erreichbar unter Telefon (030) 90295-2944 und unter geshum@ba-pankow.berlin.de. Das Serviceportal des Landes lässt für die Meldung Brief, E-Mail und Telefon zu, nennt sie gebührenfrei und führt als relevante Angaben den Ort der Sichtung, den Eigentümer des Grundstücks, die Kontaktdaten der meldenden Person und eine fotografische Dokumentation.Quelle 1Quelle 2Quelle 3Quelle 4

Maßgeblich ist die Lage des befallenen Objekts, nicht der Sitz von Eigentümer oder Hausverwaltung. An der südlichen und westlichen Bezirksgrenze wird das praktisch: nach den amtlichen Bezirksgrenzen grenzt Pankow unter anderem an Mitte und an Friedrichshain-Kreuzberg, und jenseits dieser Linie nimmt das dortige Gesundheitsamt die Meldung entgegen, mit eigener Anschrift und eigenen Kontaktwegen. Die Anschriften der Nachbarn, die Sonderwege für Tigermücke und Eichenprozessionsspinner und die übrigen zwölf Ortsteile führt die Seite zum Bezirk Pankow; was landesweit gilt, die Seite zur Meldepflicht in Berlin.Quelle 5Quelle 18

TierPflicht in der PrivatwohnungWo es nach den Quellen dieser Seite sitzt
Wespen und HornissenKeine Meldepflicht. Hornissen, Bienen und Hummeln sind besonders geschützt, für andere Wespen gilt Paragraf 39 BNatSchGHolzverschalungen, Rollladenkästen, Nischen auf Dachböden, am ausgebauten Dach hinter der Verkleidung
MäuseKeine. Stehen nicht in der Verordnung, die Hausmaus darf bekämpft werdenOhne festgestellten Befall kein Rodentizid; Befund heißt frische Kot- und Fraßspuren, Trittsiegel, Schmierspuren
RattenUnverzüglich melden und unverzüglich eine Fachkraft beauftragenWechseln zwischen Kanal und oberirdischen Bereichen, dringen über Kellerfenster und defekte Kanalisationsanschlüsse ein
Die drei Schwerpunkte dieser Seite nebeneinander. Rechtsstand ist die Berliner SchädlBekV vom 22. April 2026.Quelle 18Quelle 10Quelle 11Quelle 13Quelle 17Quelle 15Quelle 12
06Anfahrt

Wie wir nach Prenzlauer Berg kommen

Der einzige Abschnitt auf dieser Seite, in dem es um uns geht.

Wir kommen nach Prenzlauer Berg gefahren. Eine Niederlassung im Ortsteil haben wir nicht, kein Büro am Kollwitzplatz und keinen Stützpunkt an der Schönhauser Allee. Unser Betrieb sitzt an einer Anschrift in Berlin, und von dort fahren wir in den Bötzowkiez so gut wie an den Helmholtzplatz oder in die Zeilen der Carl-Legien-Stadt. Vor dem Haus parkt dann ein Wagen ohne Aufschrift, und wer im Haus wohnt, sieht jemanden mit einem Koffer. In einem Aufgang, in dem sich alle kennen und die Kinder zusammen im Hof spielen, ist das kein Detail, sondern der Grund, warum manche überhaupt anrufen.

Vor Ort wird zuerst gesucht und dann behandelt, und der Preis für den Einsatz wird genannt, bevor wir anfangen. Wer Biozide gegen Schädlinge einsetzt, braucht in Deutschland den Sachkundenachweis nach TRGS 523. Fragen Sie bei jedem Betrieb danach, bei uns auch. Bei Ratten stellen wir am Ende die Bescheinigung aus, die das Bezirksamt für die Abschlussmeldung sehen will. Was den Aufwand treibt und warum ein Festpreis am Telefon, ohne dass jemand den Befall gesehen hat, ein Warnzeichen ist, steht auf unserer Seite Was den Preis bestimmt.Quelle 18

Sagen Sie am Telefon, was Sie gesehen oder gehört haben und wo im Haus: am Dach, hinter einer Wand, im Keller oder im Hof. Danach ist klar, ob eine Meldung fällig ist und was der nächste Schritt ist.

07Fragen

Fragen und Antworten

Wo melde ich einen Rattenbefall in Prenzlauer Berg?

Beim Gesundheitsamt des Bezirksamts Pankow, Fachbereich Hygiene und Umweltmedizin, Grunowstr. 8-11, 13187 Berlin, Telefon (030) 90295-2944, E-Mail geshum@ba-pankow.berlin.de. Das Serviceportal des Landes lässt die Meldung per Brief, per E-Mail oder telefonisch zu, und sie ist gebührenfrei. Ein eigenes Gesundheitsamt für Prenzlauer Berg gibt es nicht.

142

Unter meiner Dachschräge summt es. Darf das Nest entfernt werden?

Das entscheidet die Art, nicht die Lage. Hornissen sind nach Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt, ihr Nest darf nicht zerstört werden, und dasselbe gilt für Bienen und Hummeln. Für die Deutsche und die Gemeine Wespe gilt der allgemeine Schutz aus Paragraf 39 Bundesnaturschutzgesetz, keine Tötung ohne vernünftigen Grund. Wer die Verkleidung öffnet und sprüht, bevor die Art bestimmt ist, riskiert eine Geldbuße, die bis zu fünfzigtausend Euro betragen kann. Erst bestimmen, dann entscheiden.

11131410

Muss ich ein Wespennest dem Gesundheitsamt melden?

Nein. Wespen und Hornissen stehen nicht in der Berliner Schädlingsbekämpfungsverordnung, eine Meldepflicht wie bei Ratten gibt es nicht. Das Umweltbundesamt führt sie nicht als Schädlinge, sondern als Bestäuber und Jäger anderer Insekten. Die Frage ist deshalb nicht, wem Sie das Nest melden, sondern ob es überhaupt entfernt werden darf.

1810

Ich höre nachts Kratzen hinter der Wandverkleidung. Muss ich das melden?

Solange nicht feststeht, welches Tier es ist, gibt es nichts zu melden. Mäuse stehen nicht in der Berliner Schädlingsbekämpfungsverordnung, für sie besteht keine Meldepflicht. Stellt sich heraus, dass es Ratten sind, ist der Befall unverzüglich dem Gesundheitsamt des Bezirksamts Pankow zu melden und unverzüglich eine Fachkraft zu beauftragen. Deshalb steht am Anfang der Befund: frische Kot- und Fraßspuren, Trittsiegel, Schmierspuren, nicht das Geräusch allein.

1817

Darf ich gegen Mäuse einfach Köder auslegen?

Nicht auf Verdacht. Das Umweltbundesamt hält fest, dass ohne festgestellten Befall kein Rodentizid ausgebracht werden darf, und versteht unter Befall nicht länger als vier Wochen zurückliegende Anzeichen. Bekämpft werden darf die Hausmaus, die in der Ausnahmeliste der Bundesartenschutzverordnung steht. Vor dem Köder stehen außerdem die einfachen Maßnahmen: Lebensmittel und Müll unzugänglich machen, Spalten und Löcher verschließen.

171612

Im Erdgeschoss meines Hauses ist ein Café. Ändert das etwas?

An Ihrer eigenen Pflicht als Bewohner nichts, am Verfahren womöglich viel. Für Lebensmittelbetriebe ordnet das handelnde Fachamt Maßnahmen nach Paragraf 6 Absatz 5 der Berliner Schädlingsbekämpfungsverordnung nur im Einvernehmen mit dem für das Veterinär- und Lebensmittelaufsichtswesen zuständigen Fachamt an. Bei einem Befall in der Küche sprechen also zwei Ämter miteinander.

18

Sieht man Ihrem Fahrzeug an, warum es vor dem Haus steht?

Nein. Vor dem Haus parkt ein Wagen ohne Aufschrift, und wer im Haus wohnt, sieht jemanden mit einem Koffer. In einem Aufgang, in dem sich die Nachbarn kennen, ist das für die meisten der wichtigste Punkt neben der Sache selbst.

Was kostet ein Einsatz in Prenzlauer Berg?

Eine Zahl, die ohne Besichtigung genannt wird, wäre geraten, und deshalb nennen wir hier keine. Was eine Schädlingsbekämpfung kostet, hängt an Befall, Fläche, Zugang und der Anzahl der Termine. Wir sehen uns den Befall an und nennen den Preis, bevor wir anfangen. Ein Festpreis am Telefon, ohne dass jemand den Befall gesehen hat, ist dagegen ein Warnzeichen.

Quellen

Woher die Angaben auf dieser Seite stammen

Jede rechtliche und biologische Aussage auf dieser Seite ist belegt. Die Fundstellen stehen hier, damit Sie nachlesen können.

  1. Bezirksamt Pankow, Gesundheitsamt, Hygiene und UmweltmedizinDienststelle, Anschrift Grunowstr. 8-11, Telefon (030) 90295-2944, geshum@ba-pankow.berlin.de, Aufgabenbeschreibung
  2. Bezirksamt Pankow, Über den Bezirk, Die OrtsteileAufzählung der dreizehn Ortsteile, darunter Prenzlauer Berg
  3. Bezirksamt Pankow, Über den BezirkAusdehnung von der City-Ost am Alexanderplatz bis an die Landesgrenze zum Barnim, Gebietsreform 2001
  4. ServicePortal Berlin, Dienstleistung Schädlingsbefall meldenMeldung per Brief, E-Mail oder telefonisch, gebührenfrei, relevante Angaben, zuständige Stelle Bezirksamt Pankow, Verweis auf das Ordnungsamt bei Müllansammlungen
  5. ALKIS Berlin Bezirke, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Geoportal Berlin, Datenlizenz Deutschland Zero 2.0Amtliche Bezirksgrenzen. Pankow grenzt unter anderem an Mitte und an Friedrichshain-Kreuzberg. Der Datensatz führt Bezirksgrenzen, keine Ortsteilgrenzen.
  6. Umweltatlas Berlin, Karte 06.12 Gebäudealter der Wohnbebauung, Ausgabe 2016Kartenbeschreibung, Verteilung der Baualtersklassen, gründerzeitlicher Bestand im Süden Pankows
  7. Umweltatlas Berlin, Karten 06.07 und 06.08 Stadtstruktur, Ausgabe 2020Kartenbeschreibung, gründerzeitliche Flächentypen mit geschlossener Blockbebauung und Hinterhöfen, Zeilenbebauung der 1920er Jahre
  8. Umweltatlas Berlin, Karte 02.09 Entsorgung von Regen- und Abwasser, Ausgabe 2022Kartenbeschreibung, Misch- und Trennsystem, Mischwasserkanalisation in den Innenbereichen von Prenzlauer Berg
  9. Landesdenkmalamt Berlin, Welterbe Siedlungen der Berliner ModerneWohnstadt Carl Legien, 1928 bis 1930, eine der sechs Siedlungen der Berliner Moderne
  10. Umweltbundesamt, Steckbrief Wespen und HornissenAussehen und Vorkommen, Nistorte im Siedlungsbereich, Schadpotential, Vorbeugen, Abwehren und Bekämpfen
  11. Bundesartenschutzverordnung, Anlage 1Hymenoptera: Apoidea spp. (Bienen und Hummeln) und Vespa crabro (Hornisse), jeweils Spalte 2
  12. Bundesartenschutzverordnung, Anlage 1Mammalia spp., alle heimischen Arten, soweit nicht im Einzelnen aufgeführt, mit Ausnahme unter anderem von Mus musculus, Rattus norvegicus und Rattus rattus
  13. Bundesnaturschutzgesetz, Paragraf 39Absatz 1 Nummer 1, allgemeiner Schutz wild lebender Tiere
  14. Bundesnaturschutzgesetz, Paragraf 69Absatz 2 Nummer 1 und 3 sowie Absatz 7, Höhe der Geldbuße
  15. Umweltbundesamt, Steckbrief WanderratteLebensraum, Wechsel zwischen Kanal und oberirdischen Bereichen, Eindringen über Kellerfenster und defekte Kanalisationsanschlüsse
  16. Umweltbundesamt, Ratgeber Mäuse- und Rattengift sicher und wirksam anwendenGute fachliche Anwendung für die breite Öffentlichkeit, Stand August 2018. Vorbeugende Maßnahmen, Verschließen von Spalten und Löchern, kein Rodentizid ohne festgestellten Befall
  17. Umweltbundesamt, Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Nagetierbekämpfung mit Antikoagulanzien4. Auflage, September 2018. Bekämpfbare Arten nach Anlage 1 BArtSchV, Befallsdefinition
  18. Verordnung zur Bekämpfung von Gesundheitsschädlingen (SchädlBekV) vom 22. April 2026GVBl. Nr. 13 S. 177 bis 180, gültig ab 09.05.2026. Paragrafen 1, 2, 5, 6, 7 und 9

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